Mit der Herausgabe der Preussischen Festlieder 1642 (Erster Theil) und 1644 (Ander Theil) setzte der brandenburgisch-preußische Hofkapellmeister Johannes Stobæus sich selbst und seinem Lehrer Johannes Eccard (1553–1611) ein musikalisches Denkmal. Die Werke Eccards sind für die Entwicklung der protestantischen Kirchenmusik in dieser Zeit von großer Bedeutung, denn einerseits kam Eccard hier dem Bedürfnis einer relativ leicht zu realisierenden Gebrauchsmusik für festliche Anlässe nach, andererseits genügt seine Musik auch hohen künstlerischen Ansprüchen. Besonders bedeutsam für seine Wiederentdeckung Mitte des 19. Jahrhunderts waren die fünf- bis achtstimmigen Preußischen Festlieder, die in besonderem Maße nach Entfaltung klanglicher Möglichkeiten streben. Das Vocal Concert Dresden und die Capella de la Torre machen aus ihrer Einspielung anlässlich seines 400. Todestages ein Fest für Eccard und die protestantische Kirchenmusik.